Kneipps Ordnung im Weihnachtschaos
Wie das Prinzip der inneren Ordnung nach Kneipp hilft, in der Adventszeit ruhig zu bleiben ohne auf das Schöne zu verzichten.
Kennst du das Gefühl, dass in der Adventszeit plötzlich alles an dir hängt? Alle wollen zu dir, alle freuen sich auf dich, und du freust dich auch wirklich. Aber irgendwo zwischen dem dritten Plätzchenblech, den noch nicht gekauften Geschenken, dem Adventskaffee bei der Nachbarin und der Frage wer an Heiligabend was mitbringt, merkt man: Es wird einfach etwas viel.
Mir geht das jedes Jahr so. Und ich habe gelernt, dass der Ausweg nicht darin besteht, weniger zu fühlen oder weniger zu wollen. Sondern darin, besser auf mich zu achten. In diesem Jahr habe ich das bewusster als sonst mit Kneipp gemacht und ich merkte auch schnell den Unterschied.
Was Kneipp mit Ordnung meinte
Ordnung ist die fünfte Säule der Kneipp-Gesundheitslehre. Wer das Wort hört, denkt vielleicht an aufgeräumte Schubladen oder saubere Küchen. Kneipp meinte etwas anderes: er meinte einen bewussten, maßvollen Umgang mit dem eigenen Leben. Einen Lebens – Rhythmus der gesund durch die Zeit trägt, Rituale die Halt geben und die Fähigkeit Prioritäten zu setzen, loszulassen was jetzt in der Zeit nicht wesentlich ist.
Diese Idee ist gerade im Advent besonders wertvoll. Denn der Advent ist im Kern eine Zeit der Vorbereitung, der Stille, des Wartens. Das geht in der Praxis allerdings gerne unter. Was bleibt ist ein Kalender der überquillt von Terminen und das Gefühl, dass man vor lauter Verpflichtungen und Vorbereitung das Eigentliche verpasst.
Mehr über das Grundprinzip der Ordnungssäule und warum sie die wichtigste aller fünf Säulen sein könnte, steht in Ordnung nach Kneipp — Rhythmus, Rituale und seelische Balance.
Prioritäten setzen! Denn nicht alles das sich anbietet muss tatsächlich auch sein
Der erste und wichtigste Schritt ist dabei der ehrlichste: nicht alles was möglich ist, muss auch getan werden. Kneipp hat nie Vollständigkeit verlangt sondern Maß.
Was davon im Advent nun auch wirklich wichtig ist, und was man absagt und weglässt oder vereinfacht ohne dass es jemanden wirklich stört das ist eine Frage, die es lohnt zu stellen. Oft ist es erstaunlich was alles wegfallen kann ohne dass die Freude leidet. Manchmal sogar mit mehr Freude, weil Raum entsteht.
Wer Schwierigkeiten hat Nein zu sagen, kennt das vielleicht aus dem Familienleben. Wie das gelingt ohne schlechtes Gewissen habe ich in Nein sagen als Großeltern — liebevoll und ohne schlechtes Gewissen beschrieben. Das gilt eben nicht nur für Großeltern.
Kleine Rituale als Anker
Was im Advent wirklich hilft sind keine großen Maßnahmen, sondern kleine verlässliche Rituale. Kneipp war ein Meister darin, einfache Dinge als echte Gesundheitspraxis zu verstehen und genau das trifft den Geist dieser Zeit.
Ein warmes Fußbad am Abend ist so ein Ritual. Zehn Minuten, warmes Wasser, vielleicht ein paar Tropfen Lavendel, und der Tag findet einen Abschluss. Der Körper versteht das Signal: jetzt ist Feierabend, auch wenn der Kopf noch mit Listen beschäftigt ist. Wie das genau funktioniert und was dabei passiert erklärt Fußbad nach Kneipp — für gute Laune und einen klaren Kopf
Eine Tasse Kräutertee am Nachmittag ist ein anderes solches Ritual. Nicht nebenbei am Schreibtisch, sondern bewusst: hinsetzen, die Wärme der Tasse spüren, den Duft wahrnehmen, fünf Minuten einfach da sein. Das kostet fast nichts und gibt erstaunlich viel zurück. Welche Kräuter im Winter besonders gut tun steht in Heilpflanzen nach Kneipp — Kräuterwissen für den Alltag.
Bewegung, wichtig auch im Advent
Wenn es hektisch wird, fällt meistens Bewegung als erstes weg. Das ist verständlich und gleichzeitig schade, denn gerade dann wäre sie am wertvollsten. Kneipp hat Bewegung an der frischen Luft als eine der fünf Säulen betrachtet, nicht als Sportprogramm sondern als tägliche Selbstverständlichkeit.
Ein Spaziergang am frühen Morgen, bevor der Tag losgeht. Ein kurzer Umweg nach dem Einkaufen durch den Park. Das sind keine großen Dinge aber sie verändern doch etwas. Man kommt zurück und ist ein bisschen ruhiger, ein bisschen klarer, ein bisschen mehr bei sich. Mehr über Bewegung im Sinne Kneipps in Bewegung nach Kneipp — warum Spazierengehen unterschätzt wird.
Achtsamkeit — das Herzstück der Ordnung
Kneipps Ordnungsprinzip hat einen Kern der heute Achtsamkeit heißt. Das bedeutet den Moment bewusst zu erleben, ohne gleich zu bewerten oder weitere Unternehmungen zu planen. Das ist im Advent besonders schwer aber es lohnt sich wirklich abzuwägen.
Denk an den Moment wenn du eine Kerze anzündest. In dem man wirklich schaut wie das Licht sich verändert. Das ist ein Momemt der Achtsamkeit. Das erste Plätzchen das man isst ohne gleichzeitig zu denken ob die Deko noch fehlt. Einfach nascht! Der Spaziergang bei dem man wirklich die Luft riecht und nicht den Einkaufszettel im Kopf durchgeht. Diese Momente entstehen nicht von selbst. Man muss sie sich nehmen und zwar bewusst und ohne schlechtes Gewissen.
Für sehr viele Menschen ist die Adventszeit eine intensive Zeit voller Wärme und doch auch voller Erschöpfungszustände.
Beides gehört jetzt dazu. Was mir hilft ist nicht weniger zu tun, sondern das was man tut bewusster zu tun. Das Fußbad am Abend, der Morgenspaziergang bevor die erste „Anfrage“ kommt, egal von wem. Kannst du dies kannst du das für mich tun…….Achtsamkeit ist NEIN sagen und Achtsamkeit ist auch die Tasse Tee die ich mir erlaube ohne dabei etwas anderes zu erledigen.
Das ist Kneipps Ordnung im Advent. Nicht perfekt, nicht vollständig aber verlässlich gut. Wer mehr über den Gesamtansatz von Kneipp erfahren möchte findet den Einstieg in Kneippen heute — aktueller denn je.
