Ausflug zur Wimsener Höhle: Eine Bootsfahrt ins Herz der Schwäbischen Alb

Wer sich schon einmal gefragt hat, wie es eigentlich tief unter unseren Füßen aussieht, der sollte sich auf den Weg zur Wimsener Höhle machen. In der Nähe von Zwiefalten auf der Schwäbischen Alb gelegen, bietet diese Karsthöhle nicht nur kühle Luft an heißen Tagen, sondern auch jede Menge Staunen. Hier geht es tief hinein in die Vergangenheit geologisch, biologisch und auch ein bisschen philosophisch.

Ein Loch im Berg und ein Fenster zur Erdgeschichte

Ein Ausflug zur Wimsener Höhle (oft auch liebevoll Winzener Höhle genannt) ist ein echtes Unikat. Sie ist die einzige mit dem Boot befahrbare Wasserhöhle in ganz Deutschland. Man fährt mit einem kleinen Boot durch einen unterirdischen Fluss, vorbei an schimmernden Tropfsteinformationen, mitten hinein in den stockfinsteren, stillen Bauch der Erde.

Die Fahrt dauert zwar nur wenige Minuten, aber sie hat etwas Magisches an sich. Es erinnert an die erste Taschenlampe im Zeltlager nur viel beeindruckender. Für alle, die das Element Wasser nicht scheuen und sich gerne auf ein Mikroabenteuer einlassen, ist dieser Ort ein echter Geheimtipp. Hier gibt es keine riesigen Besucherströme wie bei der Teufelshöhle oder den berühmten Mammuthöhlen. Dafür erlebt man ein echtes „Wow“-Gefühl und die Erkenntnis: „Ich wusste gar nicht, dass so etwas Schönes in Deutschland möglich ist!“ Es ist zudem einer der empfehlenswertesten Ausflugstipps, wenn du etwas Spannendes mit deinen Enkeln in den Sommerferien unternehmen möchtest.

Von Mönchen, Mythen und der Namensverwirrung

Die Höhle liegt direkt unter dem gewaltigen Fels, auf dem das Kloster Zwiefalten thront. Wer barocke Kirchenkunst mag oder ein Faible für alte, verwitterte Gemäuer hat, sollte den Besuch der Abtei unbedingt einplanen. Der Höhleneingang selbst liegt etwas versteckt am Ende eines kurzen Waldpfads. Dort tritt das Wasser der Zwiefalter Ach aus dem Berg, glasklar, eiskalt.

Und da wären wir bei der kleinen Namensverwirrung: Offiziell heißt die Höhle Wimsener Höhle, benannt nach dem benachbarten Ort Wimsen. Im Volksmund und auf so manchem alten Ausflugsplan findet sich aber oft auch der Name Winzener Höhle. Wie auch immer man sie am Ende nennt sie bleibt dieselbe stille Schönheit unter der Erde, die seit Jahrhunderten Menschen in ihren Bann zieht.

Urzeitstimmung: Auf den Spuren der Höhlenbären

Die Höhle ist Teil des komplexen Karstsystems der Schwäbischen Alb, einer Region, die sich durch Kalkgestein, unterirdische Flüsse und jede Menge geheimnisvolle Löcher auszeichnet. Wer sich für die Entstehung solcher Landschaften interessiert, findet in meinem Beitrag über das Untere Remstal spannende Hintergründe zu den steinernen Zeugen unserer Heimat.

In der Wimsener Höhle herrscht echte Urzeitstimmung. Forscher haben hier bei Grabungen sogar Knochen von urzeitlichen Höhlenbären gefunden, die hier vor Jahrtausenden Schutz suchten. Heute begegnet man dort zum Glück eher harmlosen Fledermäusen und dem stetigen Tropfen des Kalkwassers. Es ist ein Ort, der uns zeigt, wie aktiv die Erde unter uns arbeitet, während wir oben unseren Alltag bestreiten.

Mentale Freiheit: Den Moment genießen im Funkloch

Ob du nun geologisch interessiert bist oder einfach mal dein Handy im Flugmodus lassen willst: Die Höhle ist der perfekte Ort dafür. Es gibt keine Ablenkung, keinen Empfang und keinen Stress. Nur du, das Boot und die Frage, was wohl hinter der nächsten Biegung im Fels liegt. Auch wenn die befahrbare Strecke nur etwa 70 Meter lang ist, fühlt sich die Zeit unter Tage viel länger an.

Diese bewusste Auszeit im Berg ist Balsam für die Seele. Mehr darüber, wie solche Erlebnisse unsere Gesundheit und innere Ruhe fördern, erfährst du in meinem Beitrag Wandern für Körper und Geist. Die kühle Temperatur von etwa 8 Grad sorgt zudem für eine sofortige Erfrischung und eine Art „Reset-Knopf“ für das Gehirn.

Wissenswertes für deinen Ausflug

Damit dein Besuch ein voller Erfolg wird, habe ich hier die wichtigsten praktischen Informationen zusammengefasst:

  • Saison und Wetter: Der Betrieb läuft meist von April bis Oktober. Da es eine Wasserhöhle ist, ist die Befahrbarkeit wetterabhängig. Bei Hochwasser bleibt das Boot aus Sicherheitsgründen an Land also ein kurzer Check vorab lohnt sich also.
  • Ausrüstung: Trage unbedingt feste Schuhe und nimm eine Jacke mit, auch wenn es draußen 30 Grad hat. Wer mag, bringt eine kleine Taschenlampe für den extra Nervenkitzel mit.
  • Kosten und Zahlung: Der Eintritt für Erwachsene liegt bei ca. 6 Euro, Kinder zahlen ca. 4 Euro. Wichtig: Oft ist nur Barzahlung vor Ort möglich!
  • Dauer: Die Bootsfahrt dauert ca. 10 Minuten, aber durch die Stille wirkt sie deutlich intensiver.

Mein persönlicher Tipp: Verbinde den Besuch mit einer kleinen Wanderung durch das idyllische Zwiefalter Tal. Danach bietet sich eine Einkehr in der nahen Zwiefalter Klosterbrauerei an, eine herzhafte Brotzeit oder eine Maß nach der kühlen Höhle schaden selten. Auch der Gasthof Friedrichshöhe ist eine wunderbare Adresse, um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.

Von Klaus-D.

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